Jacques Offenbach und das Paris seiner Zeit

By Siegfried Kracauer

In der Gesellschaftsbiographie Jacques Offenbach und das Paris seiner Zeit, während der Emigration in Paris geschrieben und erstmals 1937 in Amsterdam publiziert, erzählt Kracauer nicht nur den bewegenden Aufstieg des Komponisten, der aus Köln stammte und mit seiner Musik zum Pariser wurde; er porträtiert auch die Gesellschaft der Julimonarchie unter Louis Philippe (1830-1848) und vor allem die des Zweiten Kaiserreichs unter Napoleon III, die damals den Durchbruch der Moderne erlebte.

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Dort hinten lebte das Volk, das sich nicht mehr mit seiner Statistenrolle begnügte. Vor allem die Arbeiter hatten Grund zur Empörung, da durch die zunehmende Industrialisierung ihr Elend immer unerträglicher wurde. »Viertausend Arbeiter«, schrieb 1842 Gutzkow, »die mitten in diesem so geregelt scheinenden Leben und Treiben täglich frühe auf dem Greve-Platz stehen und noch nicht wissen, wovon sie den Tag leben sollen, wenn sie keine Jacques Offenbach Beschäftigung finden, zehntausend, die unsicher über den morgenden Tag, zwanzigtausend, die unsicher sind über die nächste Woche- das ist der Krankheitsstoff, der sich täglich von der äußersten Haut dieser Stadt, den Barrieren und den Faubourgs, auf die inneren Theile des gesellschaftlichen Körpers werfen kap. n, auf den Bund der Macht mit dem Reichtum, die Würden und das Besitzthum. « Der Krankheitsstoff griff tatsächlich um sich. Die Arbeiter sangen in den Fabriken zum Takt ihrer Hämmer Lieder, die in der Hölle gedichtet zu sein schienen, kümmerten sich nicht um das Streikverbot und lasen eine Unmenge revolutionärer Broschüren. Namhafte Intellektuelle sympathisierten mit dieser frühen kommunistischen Bewegung. Sue schilderte in seinen »Mysteres de Paris« die Leiden des Volks, der Priester Lamennais veröffentlichte Schriften, die ihn zur Trennung von Rom zwangen, und George Sand verteidigte feurig die Sache der Unterdrückten. Von den mehrdeutigen Lehren der Saint-Simonisten beeinflußt, entwickelten sich in jener Epoche auch sozialistische Theorien, die der Unzufriedenheit ein Ziel schenkten. Am nachhaltigsten wirkte die Forderung Louis Blancs: der Staat müsse das Recht auf Arbeit, das grundsätzlich jedem Menschen zustehe, durch die Schaffung von Nationalwerkstätten praktisch gewährleisten. In den intellektuellen Salons wurde es Mode, die Ideen von Louis Blanc wohlwollend zu erörtern, und guy hielt ihn allgemein für den kommenden Mann. Die eigentliche Bourgeoisie machte jedoch einen solchen Snobismus nicht mit, sondern reagierte die ihr unbehagliche Gärung im Volk dadurch ab, daß sie über den wachsenden Materialismus klagte und die Massen der Genußsucht bezichtigte; ohne anscheinend zu ahnen, daß sie in dieser Hinsicht selber einiges auf dem Kerbholz hatte. battle es im übrigen nicht verständlich, daß die unteren Schichten angesichts der märchenhaften Dividenden, die guy in den Kreisen der Privilegierten verteilte, ebenfalls irdische Genüsse und plötzliche Glücksfälle erhofften? Zauberstücke wie: »Die Pillen des Teufels« (Les Pilules du Diable) und »Tausendundeine Nacht« (Mille et une Nuits), in denen höhere Mächte der Naturgesetze spotteten, erfreuten sich eines großen Zulaufs. Auch die Angehörigen des kleinen Mittelstands erbauten sich gern am Eingriff guter Genien ins böse Schicksal; wenn sie nicht den Besuch von Rührstücken vorzogen, in denen sie weinen konnten. Das Weinen conflict ihnen eine Erleichterung, diesen Kleinhändlern, diesen Angestellten, diesen zahlreichen unbestimmt beschäftigten Die Heimat der Heimatlosen Existenzen, die durch die ökonomische Revolution proletarisiert zu werden fürchteten.

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